Probengewinnung

Die für die Probengewinnung bzw. Probenahme zu beachtenden Aspekte und Besonderheiten sind für die jeweiligen Probenmaterialien auf den nachfolgenden Seiten detailliert beschrieben. Für alle Untersuchungsmaterialien, mit denen toxikologische Untersuchungen für forensische, d. h. gerichtlich verwertbare, Fragestellungen (Führerschein, Sorgerecht, Arbeitsrecht u. a.) durchgeführt werden sollen, gelten die nachfolgend genannten, allgemeinen Richtlinien und Bestimmungen für die Probengewinnung bzw. Probenahme für forensische Zwecke.

  • Vor der eigentlichen Probengewinnung ist der Patient bzw. Proband mittels amtlichen Lichtbildausweis oder Pass eindeutig zu identifizieren.
  • Die Gewinnung von Urin muss unter direkter Sichtkontrolle erfolgen und die Entnahme von Speichel, Haar sowie Blut muss von entsprechendem Fachpersonal vorgenommen werden, um etwaige Manipulationen auszuschließen.
  • Untersuchungsbogen und Probenröhrchen bzw. Haarumschlag sind eindeutig zu beschriften.
  • Proband und Probengewinnender unterzeichnen den Untersuchungsauftrag und bestätigen damit die Richtigkeit des Ablaufs und des Untersuchungsantrages.
  • Nach der Probengewinnung sind die Proben und der Anforderungsschein bis zum Versand an unser Labor vor dem Zugriff Dritter sicher aufzubewahren.

Diese lückenlose Sicherheitskette (Probensendungsprotokoll oder chain of custody) von der Probengewinnung bis zur Untersuchung im Labor ist für die forensisch-toxikologische Untersuchung von Proben ordentlich zu dokumentieren.

Weitere Hinweise und detaillierte Anleitungen zur Gewinnung von Proben finden Sie auf den nachfolgenden Seiten der jeweiligen Probenmatrices.

Weiterführende Informationen zu verwandten Themen

Probengewinnung – Urin

Probengewinnung – Urin

Die Gewinnung einer Urinprobe für forensische Zwecke muss grundsätzlich unter direkter Sichtkontrolle stattfinden, um eine Vertauschung oder Manipulation ausschließen zu können.

Probengewinnung – Haar

Probengewinnung – Haar

Die Gewinnung einer Haarprobe für die Untersuchung auf Drogen, Medikamentenwirkstoffe oder Alkoholmarker stellt zwar keinen medizinischen Eingriff dar, sollte aber dennoch von geschultem Fachpersonal nach entsprechenden Richtlinien vorgenommen werden.

Probengewinnung – Speichel

Probengewinnung – Speichel

Für die Gewinnung von Speichelproben stehen verschiedene Sammelsysteme zur Verfügung. Wir empfehlen die Verwendung des Quantisal® Speichelsammlers der Firma Immunalysis sowie das System Bio-One der Firma Greiner.

Probengewinnung - Blut/Serum

Probengewinnung - Blut/Serum

Für die Untersuchung von Blutproben auf Alkohol sowie die Alkohol-Parameter Ethylglucuronid, CDT und die Leberwerte (GOT, GPT und γ-GT) ist die Entnahme von Blutproben in Serum-Röhrchen durch medizinisches Personal erforderlich.

Probengewinnung - Getrocknetes Blut

Probengewinnung - Getrocknetes Blut

Von zunehmender Bedeutung sind Drogenuntersuchungen im Kapillarblut bzw. DBS (DBS: Dried Blood Sample, getrocknetes Blut) mit chromatographischen Verfahren (LC-MS/MS). Die Zuordnung der Blutprobe zum Patienten ist eindeutig, die Zahl der nachgewiesenen Drogen und Medikamente mit einem Messverfahren ist generell größer als im Urin.

Probengewinnung - Mekonium

Probengewinnung - Mekonium

Mekonium soll unverzüglich zum Labor verschickt werden. In einer tiefgefrorenen Probe (-15 °C) sind Drogen bis zu neun Monate im Mekonium stabil.

Probenlagerung

Probenlagerung

Wenn ein größerer zeitlicher Abstand zwischen Probengewinnung und dem Versand ins Labor entsteht, müssen je nach Probenmaterial einige Aspekte Beachtung finden.

Probentransport

Probentransport

Neben dem Versand von Proben auf dem Postweg ist in vielen Gebieten Deutschlands auch die Abholung des Untersuchungsmaterials durch unseren Logistikpartner labcar-owl GmbH möglich.

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