Drogentests - Haar

Die Untersuchung von Haarproben auf Drogenwirkstoffe hat sich in den letzten Jahren verstärkt durchgesetzt. Während des ständigen Haarwachstums (ca. 1 cm pro Monat beim menschlichen Kopfhaar) werden die in der Zwischenzeit aufgenommenen Drogenwirkstoffe und deren Abbauprodukte mit in die Haarmatrix eingebaut und dort gespeichert. Wird einem Probanden eine Haarprobe entnommen, kann somit, je nach Haarlänge (z. B. 3 cm ab Kopfhaut für die letzten 3 Monate), ein Drogenkonsum im entsprechenden zurückliegenden Zeitraum nachgewiesen werden.

Aber auch eine Drogenabstinenz über einen längeren Zeitraum kann über eine Haarprobe sicher nachgewiesen werden. Haarproben können schnell und nicht-invasiv entnommen und unkompliziert zum Labor verschickt werden. Dafür wird geschultes, aber nicht zwangsläufig medizinisches Personal benötigt. Zu berücksichtigen ist bei der Haaranalyse zum einen, dass eine einmalige oder äußerst seltene Aufnahme von Drogen mit einer Haaranalyse nicht zwangsläufig nachgewiesen werden kann. Des Weiteren wachsen nicht alle Haare gleich schnell und regelmäßig und beenden nach einer gewissen Wachstumsphase (anagene Phase) ihr Wachstum mit einer Ruhephase (telogene Phase), sodass eine 3 cm lange Haarprobe eben nicht genau einem Zeitraum von 3 Monaten entspricht, sondern einen deutlich längeren Zeitraum widerspiegeln kann. Besonders nach einem Abstinenzbeginn sollte ein Sicherheitszuschlag von beispielweise 3 bis 6 Monaten eingeplant werden, damit man nicht Drogenwirkstoffe von einem früheren Drogenkonsum nachweist.

Je nach Fragestellung bieten sich im Haar Untersuchungen auf die folgenden Substanzen bzw. Substanzklassen an:

  • Amphetamine/Methamphetamine
  • Benzodiazepine
  • Cannabinoide
  • Cocain
  • Ketamin
  • Methadon
  • Medikamente (Screening auf psychotrope Wirkstoffe)
  • Opiate
  • Opioide

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Abstinenzbeleg (z. B. für MPU)

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Urin

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Die Durchführung eines Drogen-Screenings im Urin ist die am weitesten verbreitete Untersuchungsmethode. Im Urin lassen sich alle Drogenwirkstoffe bzw. deren Abbauprodukte, in Abhängigkeit von der Art des aufgenommenen Wirkstoffes, mehrere Tage bis zu einer Woche lang nachweisen lassen.

Speichel

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Die Untersuchung von Speichelproben auf Drogenwirkstoffe stellt eine recht moderne Alternative zur Untersuchung von Blutproben dar. Besonders bei Untersuchungen am Arbeitsplatz kann hier ohne medizinischen Eingriff eine Probe gewonnen werden, um eine momentane Drogenbeeinflussung des Probanden zu überprüfen.

Blut/Serum

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Toxikologische Untersuchungen im Blut, Blutserum oder Blutplasma werden vorrangig dann vorgenommen, wenn es um die Einschätzung der akuten Beeinflussung eines Probanden durch einen bestimmten Wirkstoff geht.

Getrocknetes Blut

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Die weit verbreitete Anwendung von getrocknetem Blut beim Neonatalscreening auf Stoffwechselerkrankungen in den letzten Jahrzehnten hat die Einsatzmöglichkeit dieses Probenmaterials überzeugend unter Beweis gestellt. Zunehmend wird auch die Tauglichkeit von DBS bei Drogenuntersuchungen, bei Dopingkontrollen als auch beim therapeutischen Drug Monitoring geprüft.

Mekonium

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Der Konsum von Drogen auch während der Schwangerschaft hat in den letzten Jahren zugenommen. Er stellt eine ernste Gefahr für die normale Entwicklung des Fetus dar.

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