Abstinenzbelege (z. B. für MPU)

Ist im Rahmen der Überprüfung der Kraftfahreignung eine Alkohol- und/oder Drogenabstinenz nachzuweisen, kann der Abstinenzbeleg mittels Urinkontrollen oder anhand von Haaranalysen erbracht werden. Gegebenenfalls kann auch eine Kombination aus Urinkontrollprogramm und Haarproben sinnvoll sein. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen hinsichtlich der jeweiligen Vor- und Nachteile eines Abstinenzbeleges über Urinkontrollen bzw. Haaruntersuchungen zur Verfügung:

05222 8076-0
abstinenz@labtoxx.com

Die Bedingungen für die chemisch-toxikologische Untersuchung (CTU) von Urin- oder Haarproben im Rahmen einer MPU sind in der jeweils aktuellen Auflage der Beurteilungskriterien zur Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung eindeutig geregelt und schriftlich festgehalten. Vor Beginn des Abstinenzprogrammes empfehlen wir ein Gespräch mit einem Verkehrspsychologen oder einer MPU-Vorbereitungsstelle. Die geforderte Dauer und der Umfang der Laboruntersuchungen richten sich nach den konkreten Vorkommnissen, die im jeweiligen Einzelfall zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt haben.

Sollte der Nachweis einer Alkoholabstinenz erforderlich sein, werden sowohl Urin- als auch Haarproben auf Ethylglucuronid (EtG) als spezifisches Abbauprodukt des Alkohols (Ethanols) untersucht.

Bei Untersuchungen auf Drogen umfasst die Analyse im Urin sowie im Haar die folgenden Substanzgruppen:

  • Amphetamine
  • Methamphetamine
  • Benzodiazepine
  • Cannabinoide
  • Cocain
  • Methadon
  • Opiate

Bei Verlust der Fahrerlaubnis aufgrund eines zurückliegenden Opiat- oder Opioid-Missbrauchs wird in der Regel zusätzlich zu der o. g. Drogenuntersuchung die Analyse auf Opioide (Buprenorphin, Tramadol, Fentanyl, Tilidin und Oxycodon) gefordert. Ist eine Untersuchung auf Opioide gewünscht, muss dies dem Labor gesondert mitgeteilt werden. Selbstverständlich ist auch ein kombinierter Nachweis auf den Alkoholmarker Ethylglucuronid, auf Drogen und gegebenenfalls Opioide möglich. Unter Umständen können auch Untersuchungen auf Arzneimittelwirkstoffe können zum Ausschluss von Medikamentenmissbrauch angefordert sein.

Urinkontrollprogramm

Soll der Abstinenzbeleg anhand von Urinkontrollen erbracht werden, ist der Abschluss eines sogenannten Abstinenzvertrages zwingend erforderlich. In diesem Vertrag werden die gewünschte Laufzeit (Vertragsbeginn und -ende), die damit einhergehende Mindestanzahl an Urinkontrollen sowie weitere Rechte und Pflichten des Probanden im Rahmen des Abstinenzkontrollprogrammes (Erreichbarkeit bei Einbestellung, Verhalten bei geplantem Urlaub oder im Krankheitsfall, etc.) festgehalten. Bei einem sechsmonatigen Urinkontrollprogramm ist die Erbringung von mindestens vier, bei einem zwölfmonatigen Programm von mindestens sechs Urinkontrollen, erforderlich.

Im Rahmen des Vertrages wird der Proband für die Urinkontrollen in unregelmäßigen Abständen zu ihm vorher unbekannten Terminen telefonisch, per SMS oder E-Mail einbestellt. Anschließend muss die Probengewinnung unter Sichtkontrolle im Labor bzw. bei der programmdurchführenden Institution binnen 24 Stunden stattfinden. Institutionen, die derartige Abstinenzkontrollprogramme durchführen, müssen gemäß den o. g. Beurteilungskriterien zur Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung zur Durchführung von Abstinenzbelegen berechtigt sein, um die Anerkennung der Nachweise bei der jeweiligen Begutachtungsstelle für Fahreignung gewährleisten zu können.

Haaruntersuchungen

Wird der Abstinenzbeleg mittels Haarproben erbracht, so ist für den Alkoholabstinenzbeleg ein Segment von maximal 3 cm proximal, d. h. 3 cm ab wurzelseitigem Ende gemessen, sowie für den Drogenabstinenzbeleg ein Segment von maximal 6 cm proximal zugelassen. Der Abschluss eines Abstinenzvertrages ist bei Haaruntersuchungen zwar nicht zwingend erforderlich, wird jedoch empfohlen.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft wird von einem mittleren Haarwachstum von 1 cm (0,8 – 1,2 cm) pro Monat ausgegangen. Aufgrund telogener, im Wachstumsstillstand befindlicher Haare können jedoch Wirkstoffe aus Zeiträumen von bis zu sechs Monaten zusätzlich eingespeichert und somit auch bei bereits bestehender Abstinenz u. U. positive Untersuchungsergebnisse bei Haartests verursacht werden. Das Färben, Bleichen und Tönen von Haaren oder sonstige Maßnahmen, welche die Haarstruktur verändern, sind während des Kontrollzeitraumes zu unterlassen und einzig bei einer Drogenanalyse im Haar in eingeschränktem Rahmen zugelassen.

Das Labor Krone ist für die toxikologische Laboranalyse für forensische Zwecke nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 akkreditiert und damit berechtigt, entsprechend den aktuell gültigen CTU-Kriterien, Abstinenzbelege für Alkohol und Drogen zur Vorbereitung einer MPU zu erstellen. Bei Interesse an einem Abstinenzbeleg bitten wir Sie um Kontaktaufnahme unter der oben genannten Nummer.

Weiterführende Informationen zu verwandten Themen

Ethylglucuronid im Urin

Ethylglucuronid im Urin

Ethylglucuronid wird in der Leber zu geringem Anteil aus dem getrunkenen Alkohol gebildet und dann nach und nach über den Urin ausgeschieden. In Abhängigkeit von der getrunkenen Alkoholmenge kann dann das Ethylglucuronid (EtG) 12 bis 48 Stunden im Urin nachgewiesen werden.

Ethylglucuronid im Haar

Ethylglucuronid im Haar

Das aus dem getrunkenen Alkohol in der Leber gebildete Abbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) wird hauptsächlich über den Urin ausgeschieden. Zu geringen Anteilen lagert sich EtG aber auch in die Haarstruktur ein. Eine gewonnene Haarprobe kann dann auf EtG untersucht werden.

Drogenscreening im Urin

Drogenscreening im Urin

Die Durchführung eines Drogen-Screenings im Urin ist die am weitesten verbreitete Untersuchungsmethode. Im Urin lassen sich alle Drogenwirkstoffe bzw. deren Abbauprodukte, in Abhängigkeit von der Art des aufgenommenen Wirkstoffes, mehrere Tage bis zu einer Woche lang nachweisen lassen.

Drogenscreening im Haar

Drogenscreening im Haar

Die Untersuchung von Haarproben auf Drogenwirkstoffe hat sich in den letzten Jahren verstärkt durchgesetzt. Während des ständigen Haarwachstums (ca. 1 cm pro Monat beim menschlichen Kopfhaar) werden die in der Zwischenzeit aufgenommenen Drogenwirkstoffe und deren Abbauprodukte mit in die Haarmatrix eingebaut und dort gespeichert.

ILAC-MRA
DAKKS
Informationen zur Akkreditierung »